Strategischer Ausblick für 2026 – Jonas Persson

Jonas Persson, CEO der Rosti Group, entwirft einen mutigen Fahrplan für die nächsten fünf Jahre, der neu definiert, wie globale Fertigung auf Nachhaltigkeit, Innovation und Kundenpartnerschaft trifft.

In diesem Interview spricht Jonas über Rostis strategische Prioritäten, den Wandel in der globalen Fertigungslandschaft und die Investitionen, die unsere Führungsrolle im Bereich nachhaltiges Kunststoffspritzgießen vorantreiben. Von Reshoring-Trends bis hin zur Automatisierung – erfahren Sie, wie Rosti die Zukunft der Fertigung gestaltet.

Was sind Ihre wichtigsten Prioritäten für die nächsten 3 bis 5 Jahre, und wie sehen Sie die Entwicklung der Branche?

Nachhaltigkeit bleibt eine unserer zentralen Prioritäten – und ihre Bedeutung nimmt weiter zu, insbesondere in Europa und zunehmend auch in Nordamerika. Wir erleben deutlich mehr Aufmerksamkeit von unseren Kunden, insbesondere großen, globalen Unternehmen, die massiv in nachhaltige Materialien investieren und ihre Kreislaufwirtschaft betrachten.

Wir verzeichnen eine steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen und kompostierbaren Materialien, wobei in diesem Bereich viel Forschung und Entwicklung betrieben wird. Es ist ermutigend zu sehen, wie Innovation die Materialwissenschaft voranbringt.

Geografisch betrachtet sehen wir weiterhin eine Verschiebung der globalen Lieferketten. Viele Unternehmen verlagern ihre Produktion aus China nach Südostasien, was gut zu unserer bestehenden und wachsenden Präsenz in der Region passt. Unser Standort in Indien ergänzt diese Strategie ideal. Zudem planen wir, in diesem Zeitraum einen neuen Standort in Vietnam aufzubauen.

Wir beobachten, dass immer mehr Kunden das Reshoring vorantreiben und ihre Produktion insbesondere näher an ihre Heimmärkte in Europa und den USA bringen. Ein starker Fokus liegt darauf, Lieferketten zu diversifizieren und gleichzeitig die Produktion näher an ihren eigenen Standorten und/oder an denen ihrer Kunden zu lokalisieren.

Was ist für Sie persönlich das spannendste Ergebnis der aktuellen Strategiearbeit bei Rosti?

Das Spannendste für mich ist, wie unsere Strategie Rosti in wachstumsstarken, neuen Industrien positioniert, darunter die Elektromobilität (EV – Electric Vehicle).

Dieser globale Markt erfordert die Präzision, Qualität und Zuverlässigkeit, für die Rosti bekannt ist – und bietet enormes langfristiges Potenzial für Innovation und Wachstum.

In den letzten Jahren haben unsere Polen-, Rumänien– und North Carolina-Standorte Projekte für globale OEMs und Tier-Zulieferer durchgeführt und führen diese weiterhin durch. Wir freuen uns darauf, durch unser globales Netzwerk an Fertigungsstandorten weiter in den EV-Markt zu expandieren.

Wie bleibt Rosti bei regulatorischen Veränderungen, insbesondere global, immer einen Schritt voraus?

Wir verfolgen einen proaktiven Ansatz, um stets einen Schritt voraus zu sein, wenn es um sich ändernde Gesetzgebungen und Berichtspflichten geht. Wir werden 2026 unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen, der internationalen Berichtsstandards entsprechen und uns sowie unseren Kunden helfen wird, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Ein Teil unserer Verantwortung als global agierender Hersteller ist es, sich der weiteren Umweltauswirkungen unserer Branche bewusst zu sein und sicherzustellen, dass wir unsere Prozesse verantwortungsvoll weiterentwickeln.

Wie sehen Sie als globaler Akteur im Spritzguss die Entwicklung von Handelsbarrieren und Zöllen – und welche Auswirkungen könnten sie haben?

Wir erleben bereits eine deutliche Verschiebung bei globalen Fertigungstrends. Die Abkehr von China in Richtung Südostasien, USA und Europa ist in vollem Gange. Viele unserer Kunden navigieren durch diese Veränderungen und wenden sich an Rosti, um ihre Lieferketten neu zu strukturieren.

In einem zunehmend komplexen politischen und wirtschaftlichen Umfeld benötigen die Kunden verlässliche Partner, die ihnen helfen, Risiken zu minimieren. Unsere globale Präsenz versetzt uns in die Lage, schnell zu reagieren und an allen Standorten gleichbleibende Qualität und Kompetenz zu liefern.

Durch einheitliche Qualitätsstandards, Systeme und Fachwissen an allen unseren globalen Standorten können wir die Produktion verlagern und Kunden übergangslos unterstützen – so helfen wir ihnen effektiv, ihre Lieferantenbasis zu diversifizieren und ihre Resilienz zu stärken.

In welche Technologien oder Infrastruktur investieren Sie, damit Rosti wettbewerbsfähig und flexibel bleibt?

Wir investieren stark in Automatisierung – sowohl in Maschinen als auch in Prozessautomatisierung in unserem gesamten Betrieb. Vom Bestell- und Rechnungswesen bis hin zu Produktion und Montage ist es unser Ziel, Produktivität und Effizienz durch intelligente Automatisierung und KI-gesteuerte Systeme zu steigern.

Diese Investitionen bauen auf der starken Prozesskontrolle auf, die Rosti seit vielen Jahren entwickelt hat. Die Integration von KI bringt dies auf ein neues Niveau und ermöglicht es uns, die Produktion noch weiter zu optimieren.

Wir erweitern auch unsere weltweiten Fertigungskapazitäten. In Europa haben wir eine neue Fabrik in Schweden eröffnet, in Indien einen neuen Standort gestartet und in Nordamerika entstehen zwei neue Reinräume – ein weiterer befindet sich in China im Bau.

Diese Expansion unterstützt die wachsende Nachfrage, die wir sowohl in Europa als auch in den USA beobachten, und stellt sicher, dass wir weiterhin hochwertige, nachhaltige Lösungen nahe an den wichtigsten Märkten unserer Kunden bereitstellen können.

Dank unserer umfassenden globalen Präsenz können wir Kunden nahtlos dabei unterstützen, Produktionen zwischen Ländern zu verlagern und so Kontinuität, Qualität und Geschwindigkeit sicherstellen.